Zerstörungen Dauerwald

Der Dauerwald wäre die resilienteste und fruchtbarste Form von Wald

Die Art und Weise der Waldbewirtschaftung konzentriert sich heute einseitig auf die Holznutzung. Obwohl der Dauerwald die resilienteste und fruchtbarste Form von Wald ist, orientiert sich die Forstwirtschaft nicht an den notwendigen ökologische Bewirtschaftungskriterien.

Auch die Waldpolitik und die ETH orientieren sich nicht hauptsächlich am Kontinuum Dauerwald, sondern greifen mit Konzepten und Nutzungsinteressen in die Strukturen ein und stören und zerstören dadurch die alten Dauerwälder.

Was wir verlieren, wenn die alten Dauerwälder gefällt werden:

1. Verlust Altersstruktur- und die Baumartenvielfalt:

Viele Wälder werden zu stark verjüngt. Nach einer solchen «vorzeitigen Verjüngung» bleiben meist unreife, schwache Wälder aus dünnen Bäumchen zurück. Dem Dauerwald gehen dadurch die Altersstruktur und die Baumartenvielfalt verloren. Solche Wälder verlieren ihre Fruchtbarkeit und ihre Biodiversität.

Zerstörter Dauerwald nach vorzeitiger Verjüngung - dünne Bäumchen statt alter Bäume, Verlust der natürlichen Altersstruktur

2. Verlust des natürlichen Binnenklimas:

Zu stark ausgelichtete Wälder verlieren ihr natürliches Binnenklima. Licht, Wärme und Wind dringen ein, erwärmen den Wald und trocknen ihn aus. Die Veränderung des Waldbinnenklimas stört und zerstört die Lebensgrundlagen vieler Bäume, Pflanzen und Tiere ebenso, wie die der Bodenlebewesen.

Und natürlich fördert die Erwärmung der Wälder die globale Klimaerwärmung.

3. Verlust Biodiversität und Genressourcen:

Wenn die Wälder übernutzt werden, fehlen die reifen und alten Bäume. Damit fehlen die absterbenden Biotopbäume und auch das Totholz. Ohne Totholz können die Zerfallsphasen des Waldes nicht stattfinden und die Bodenlebewesen können keinen Humus mehr aufbauen. Damit brechen die Aufbau- und Entwicklungszyklen des Waldes ab.

Das führt zum unmittelbaren Verlust der Regenrationsfähigkeit des Waldes ebenso, wie zum Verlust seiner pflanzlichen und tierischen Vielfalt, sprich Biodiversität. Der Wald verliert sowohl seine Fruchtbarkeit, als auch seine Genressourcen.

4. Verlust Biomasse:

Durch die übermässige Holzernte verliert der Wald riesige Mengen an Biomasse. Dieser Verlust an Holz, Ästen, Blättern, Samen und Früchten lässt den Wald verhungern. Denn der Wald ist wie ein Perpetuum Mobile. Er erneuert sich seit ewigen Zeiten stetig aus sich selbst heraus, aber dafür braucht er die Vielfalt und die Energie der Biomasse.

5. Verlust Bodenfruchtbarkeit:

Für die effiziente Holznutzung werden meist grosse und schwere Maschinen eingesetzt. Diese hinterlassen oft sichtbare Fahrspuren, ein Zeichen für verdichtete Böden. Verdichtete Böden sind kaum mehr regenerationsfähig, da die lockeren Bodenstrukturen zusammengebrochen sind (sagen Fachleute der Schweiz. Forschungsanstalt WSL).

Verdichtete Böden können nur noch wenig Regenwasser aufnehmen. Das schwächt die Bäume ebenso, wie den ganzen Wald.

Bodenverdichtung durch schwere Forstmaschinen - sichtbare Fahrspuren im Wald, geschädigte Waldböden

6. Verlust Trinkwasser:

Verdichtete Böden verunmöglichen, dass die Grundwasservorkommen gespiesen werden.

Mehr über Grundwasser und Wald bei Wohllebens Waldakademie

Verlust Zukunft

Bei diesen Betrachtungen sind die grossen Zusammenhänge der bedeutenden ökologischen Funktionen unserer Wälder noch nicht berücksichtigt. Man denke dabei an die Regulierung des Wasserhaushalts, an die Regulierung von Wind und Wetter, an seine CO2-Speicherkapazitäten und an seine Fähigkeit das Klima zu kühlen.

Können wir also ermessen, was wir bewirken, wenn wir unsere Wälder weiterhin so übernutzen, wie das gegenwärtig getan wird?