Wir

& unsere Beziehung zum Wald, zu unserem Wasser und zur Erde

Wir, die Krone der Schöpfung, herrschend über Wald, Wasser und Erde!

Eine kleine Geschichte

Wie ein nimmersatter König bedienen wir uns an den Gaben der Erde, ohne gross wahrzunehmen, wie matt und erschöpft sie ist. Ohne zu merken, wie das Leben schwindet, isst der König weiter und weiter und wird dabei kränker, dicker, schwächer. Er fühlt sich dem Tode oft näher, als dem Leben.

Endlich wird dem kranken König ein Arzt empfohlen, dessen Ruhm durch die Lande geht. Diesem wendet der König seine letzte Hoffnung zu und lässt nach dem Arzt schicken, dass dieser zu ihm käme.

Die Hoffnung auf Heilung bringt den König etwas auf die Beine. Ungeduldig erwartet er die Ankunft des Arztes. Anstelle des Arztes trifft ein Brief ein, indem der König gebeten wird, zum Hause des Arztes zu kommen. Aufgebracht über diese Frechheit will der König den Brief zerknüllen, liest ihn dann aber doch weiter – denn gross war die Hoffnung und schwer drückt die Verzweiflung.

Der König möge den Weg unter die Füsse nehmen, allein, ohne Kutsche, ohne Lakaien, steht da. Er solle ab sofort auf Wein, Weib und jegliche Völlerei verzichten. Er solle nur das allernötigste essen und sich täglich an der frischen Luft ertüchtigen. Wenn er dann bereit sei zu kommen, will der Arzt sein Bestes tun, um den König zu heilen.

Viel Zeit verstrich, bis der kranke König in der Lage war, die Reise anzutreten. Sein Gepäck war bereit, die Lakaien erwarteten die Befehle, bis seine Tochter ihn erinnert, dass er doch alleine und zu Fuss gehen müsse.

Ich, zu Fuss! schrie er ärgerlich. Unvorstellbar, unmöglich!

Allmählich verrauchte sein Zorn und er sah ein, dass er keine andere Wahl hatte, wenn er nicht sterben wolle.

Als er nach langer, harter Zeit endlich beim Hause des Arztes ankam, war er schlank und rank geworden, fröhlichen Gemütes und klaren wachen Geistes.

So kehrte er um, ordnete sein Leben und die Geschäfte seines Reiches neu.