Verantwortung
Das Prinzip der Nachhaltigkeit fordert heute unsere Verantwortung für den Wald von morgen.
Das Prinzip der Nachhaltigkeit gilt für alle uns nachfolgenden Generationen. Unsere Kinder und Enkelkinder müssen den Wald gleichermassen nutzen können wie wir.
Das Prinzip der Nachhaltigkeit gilt auch für alle nachfolgenden Generationen an Bäumen, Pflanzen, Tieren und Bodenleben. Ihre Existenz und Weiterentwicklung müssen gewährleistet sein.
Der Kanton Schaffhausen erfüllt das Prinzip der Nachhaltigkeit nicht:
Ein Auszug aus dem kantonalen Wald-Biodiversitäts-Konzept, Schaffhausen, 2023
«Bäume können sehr alt werden und durchlaufen in ihrem Leben verschiedene Phasen. In den Wirtschaftswäldern haben die Bäume erst etwa 30-50% ihrer möglichen Lebensdauer erreicht. Fehlen die Alters-, Zerfall- und Pionierphasen, führt das zu einem relevanten ökologischen Defizit».
Das heisst: Fehlen die reifen Bäume, fehlen die Alten. Fehlen die Alten, fehlen die Absterbenden. Fehlen die Absterbenden, fehlt das Totholz. Fehlt das Totholz können sich weder der Wald noch der Waldboden mit ihren Tausenden von pflanzlichen und tierischen Lebewesen erneuern.
Damit bricht der gesamte Lebenszyklus zusammen.
Um das bekannte Defizit zu kompensieren, werden vom Bundesamt für Umwelt, BAFU, die Ausscheidung von 3 bis 5 Biotopbäumen pro ha Wirtschaftswald als Ziel empfohlen. Die Schweiz. Forschungsanstalt WSL empfiehlt: «Im Wirtschaftswald sollten es 6-10 Habitats-Bäume sein, um die ökologischen Folgen der Bewirtschaftung zu mildern». (Merkblatt 64, 2020)
Im kantonalen Waldbiodiversität Konzept von 2023 steht dazu: «Das nationale Ziel von 3 bis 5 Biotopbäumen pro Hektar Wirtschaftswald ist für den Kanton Schaffhausen unrealistisch.» (siehe S.17. Waldbiodiversität Konzept).
Mit anderen Worten: «Das -bereits ungenügende - nationale Ziel von 3 bis 5 Biotopbäumen pro Hektar Wirtschaftswald ist für den Kanton Schaffhausen unrealistisch.
So sieht die Situation im Kanton SH aus:
Der Kanton hatte 2023 123 Biotopbäume, das sind 0,017 %.
Sein Ziel ist es, bis 2050 6914 zu erreichen. Das ist 1 Baum pro ha Wirtschaftswald.
Es ist unschwer zu erkennen, dass diese Situation ökologisch gesehen katastrophal ist. Sie wird noch verschärft, weil in unseren Wirtschaftswäldern inzwischen auch die alten mächtigen Bäume fehlen. Sie sind, von einigen Eichen abgesehen, fast alle gefällt. Diese reifen, alternden Bäume wären allerdings per sé Biotop-Bäume.
Fehlende Verantwortung
Im Wissen um den schlechten Zustand des Waldes und im Wissen um den drastischen Schwund der Biodiversität ist der Kanton Schaffhausen bisher nicht auf diese sehr bedenkliche ökologische Situation eingetreten, sondern lässt weiter holzen, wie bisher.
Baumfäll-Moratorium
Damit sich der Wald erholen und wieder ein ökologisches Gleichgewicht entwickeln kann, müssen wir bis auf Weiteres auf das Fällen der verbliebenden älteren Bäume vollständig verzichten.
Anders lässt sich das Prinzip der Nachhaltigkeit nie verwirklichen.