Das Erbe
Der Wald unserer Kinder
Seit der Wald als Lieferant von Energie- und Bauholz ein Revival erfahren hat, wird er schweizweit flächendeckend stark genutzt und vielerorts auch stark übernutzt. Für die Holznutzung fällt man verständlicherweise die dicken und mächtigen Bäume.
Mutterbäume
Mit dem Entfernen der dicken, mächtigen Bäume, entfernt man allerdings die Mutterbäume des Waldes. Die Mutterbäume sind jene, die den Jungwuchs nähren. Sie sind jene, die in ihrer DNA die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte und Jahrhunderte weitertragen und dafür sorgen, dass sich der Wald allen Entwicklungen anpassen kann. Sie sind auch Biotopbäume, jene also, die unzähligen pflanzlichen und tierischen Lebewesen Hort und Nahrung bieten.
Die alten Bäume sind jene, welche die Fruchtbarkeit, die Stabilität und die Anpassungsfähigkeit des Waldes bewirken. Sie geben dem Wald Kraft und Schönheit, sie spenden Frische und Kühle! Sie regulieren sogar den Wasserkreislauf und erhalten unser Trinkwasser.
Und nicht zuletzt, sind die mächtigen Bäume auch Jene, die den Zauber eines Waldes ausmachen. Sie inspirieren den Geist und lassen uns ruhig werden. Sie erfreuen uns und nähren die Seele.
Das Erbe:

Was bleibt
Nach starken Durchforstungen bleiben dem Wald oft nur noch unreife Bäumchen. Ich weiss, was der Verlust der alten, mächtigen Bäume für mich bedeutet. Was der Verlust der so wichtigen Mutterbäume für den Wald bedeutet, kann ich nur erahnen
Klar ist, dass eine so stark verjüngte Waldparzelle, wie die im Bild, sich als Wald komplett neu aufbauen muss. Bis diese als Wald wieder fruchtbar wird und genutzt werden kann, werden 50-100-200 Jahre vergehen.
In Beziehung kommen
Ernst Zürcher, Waldwissenschaftler schreibt davon, wie wir die Beziehung zum Wald und zu den Bäumen verloren haben. Und er schreibt davon, wie wir wieder in Beziehung kommen können – auch zu uns selbst.
