Geschädigte Böden
Wenn die Erde stinkt ist das keine Bagatelle
Schwere Maschinen verdichten die Böden
Das Befahren der naturgemäss gut durchlüfteten Böden mit schweren Maschinen beeinträchtigt die ökologische Funktionalität der Böden. Je nach Tiefe der Fahrspuren reichen die Schäden von eingeschränkter Funktionalität bis zum Zusammenbruch der ganzen Bodenstruktur. Das sagt Dr. Beat Frey von der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL in Birmenstorf. Er erforscht die verborgenen Lebewesen in der Erde
Gesunder Boden
Millionen verschiedenartiger Bodenlebewesen bevölkern den Erdraum. Dieses sog. Bodenmikrobiom – ähnlich unserer Darmflora – ist die unverzichtbare Basis allen Lebens. Ein gesundes und vielfältiges Bodenmikrobion garantiert die Fruchtbarkeit der Erde.
Vortrag von Gabriela Berg, Mikrobiom-Symposium 2024
Gestörte und zerstörte Lebensbedingungen der Bodenlebewesen
An Stelle einer gesunden, vielfältigen Bodenmikrobiologie breiten sich in verdichteten Böden Fäulnisbakterien aus. Diese schaffen lebensfeindliche Bedingungen für Pflanzen und Bäume. Dies wiederum stellt die Gesundheit und Fruchtbarkeit der Erde und ihrer Vegetation in Frage.
Verdichtete Böden ersticken, verdursten und verhungern
Wenn die Bodenstrukturen zusammengebrochen sind, kann der Boden nicht mehr genügend Wasser, Sauerstoff und Nährstoffe aufnehmen.
Klimarelevante Gase
Darüber hinaus produzieren verdichtete Böden klimarelevante Gase, wie Methan und Lachgas, welche um ein Vielfaches schädlicher für unser Klima sind als CO2.
Der Preis einer Rückegasse
Der deutsche „Naturförster" und Autor, Peter Wohlleben, schreibt in „DER WALD, ein Nachruf" folgendes:
Ein Vollernter, (in Deutschland) mittlerweile bis zu 50 Tonnen schwer, verdichtet auf einer sog. Rückegasse, Waldboden bis zu einer Breite von 8m. Der zusätzliche Rütteleffekt der Kolosse lässt die Bodenporen bis zu einer Tiefe von 2 m zusammenbrechen. Wenn man nun alle 20 m (wie in Deutschland üblich) eine Rückegasse macht, zerstört man 40-50% fruchtbarer Waldboden.
Deshalb sind sichtbare Fahrspuren in den Wäldern und auf den Feldern keine Bagatelle, kein ästhetisches Problem, sondern ein existenzielles.
